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Deutschland: Kaum Interesse an nachhaltigem Palmöl Pdf Button PrintButton EmailButton
Geschrieben von: Frau Kirstin Karotki   
Dienstag, den 08. Dezember 2009 um 11:00 Uhr

Berlin (pts/08.12.2009/11:00) - Der World Wide Fund for Nature (WWF) und der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V. (OVID) fordern im Rahmen der Europäischen Konferenz "Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifizierungssystemen" Handel und Industrie auf, mehr Verantwortung für Klimaschutz zu zeigen und konsequent nachhaltiges Palmöl einzusetzen.

Derzeit stehen 1,2 Mio. Tonnen nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziertes Palmöl zur Verfügung. Davon sind bislang 320.000 Tonnen verkauft; der Rest wartet in Tanklagern auf die Nachfrage der Wirtschaft. "Besonders Deutschland hat Nachholbedarf, wie unsere jüngste Umfrage zur Verwendung von nachhaltigem Palmöl in Europa zeigt", erklärt Martina Fleckenstein, Leiterin EU-Politik & Landwirtschaft beim WWF, am Rande der Konferenz "Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifizierungssystemen", die heute in Berlin stattfindet. "Während in Großbritannien und der Schweiz bereits eine Reihe großer Unternehmen zertifiziertes Palmöl einsetzen, haben sich in Deutschland nur sehr wenige Firmen entschieden, zertifiziertes Palmöl zu verwenden."

"Wer Klimaschutz fordert, muss auch dafür sorgen, dass kein tropischer Regenwald gerodet wird und konsequent nachhaltig produziertes Palmöl nachfragen", so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID. Palmöl steht ganz oben auf der Liste der kontrovers diskutierten Agrarrohstoffe. Das Öl ist ein wichtiger Rohstoff für die Nahrungsmittelindustrie, die Olechemie und wird als nachwachsender Rohstoff vermehrt im Energiebereich eingesetzt. Die Erträge der Ölpalme sind extrem hoch und bieten damit eine Chance sowohl für nachhaltige Lebensmittel und oleochemische Produkte - wie Waschmittel und Cremes - als auch für klimafreundliche Energieproduktion. Dafür müsse jedoch sicher gestellt werden, dass beim Anbau der Ölpalmen Umwelt- und Sozialkriterien berücksichtigt und Regenwaldflächen sowie Torfmoore vor einem unkontrollierten Ausbau von Ölpalmplantagen geschützt werden. Durch die Trockenlegung von Mooren und die Rodung von Wäldern werden u. a. große Mengen an Treibhausgasemissionen freigesetzt. Vor diesem Hintergrund sind Zertifizierungssysteme zu einem der wichtigsten Instrumente zur Verhinderung von unkontrollierten Abholzungen und Landnutzungsänderungen geworden.

Der RSPO wurde vom WWF gemeinsam mit Unternehmen des Palmölsektors, Lebensmittelkonzernen, Banken sowie Vertretern der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen, die dazu beiträgt, dass weniger Wälder gerodet, vorhandene Biodiversität erhalten bleibt sowie Kleinbauern, Landrechte und Arbeitnehmerrechte respektiert werden. Im November 2008 wurde die erste Schiffsladung mit nach den Kriterien des RSPO zertifiziertem Palmöl nach Europa geliefert. Ein Grund für die geringe Nachfrage ist sicherlich, dass Handel und Wirtschaft die höheren Kosten scheuen, die durch den nachhaltigen Anbau entstehen und einen Anreiz für die Landwirte vor Ort darstellen. Ein weiterer Grund könnte aber auch darin liegen, dass gesetzlich ab dem 1. Juli 2010 nur für den Bereich Bioenergie ein Nachhaltigkeitszertifikat vorgeschrieben ist, um eine Förderung zu erhalten. Für andere Verwendungsbereiche - etwa Lebensmittel und oleochemische Produkte - gibt es bislang keine Verpflichtung, Nachhaltigkeitskriterien einzuhalten.

Die Vorträge der Konferenz "Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zertifzierungssystemen" können auf den folgenden Websites heruntergeladen werden:

http://www.ovid-verband.de/veranstaltungen
http://www.wwf.de

Pressekontakt:
OVID - Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.
Kirstin Karotki
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin
Tel: +49 (0)30 - 72 62 59 30
mobil: +49 (0)171 - 655 04 67
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
http://www.ovid-verband.de

WWF - World Wide Fund for Nature
Der World Wide Fund for Nature (WWF) ist eine der größten und erfahrensten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn rund fünf Millionen Förderer. Im globalen Netzwerk des WWF arbeiten 59 nationale Sektionen, Programmbüros und Partnerorganisationen zusammen. In 140 Ländern rund um den Globus führten 2008 etwa 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch. Der WWF hat gemeinsam mit Unternehmen des Palmölsektors, Lebensmittelkonzernen, Banken sowie Vertretern der Zivilgesellschaft den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen, der mittlerweile mehr als 160 ordentliche Mitglieder umfasst. Gleichzeitig bemüht sich der WWF, einen globalen Zertifizierungsprozess für nachhaltiges Soja, den Round Table Responsible Soy (RTRS) auf den Weg zu bringen.

OVID - Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.
OVID vertritt als Verband die Interessen der ölsaatenverarbeitenden und ölraffinierenden Unternehmen in Deutschland, deren Kernaufgabe die Verarbeitung von Ölsaaten und Pflanzenölen zu Produkten für die Lebensmittelindustrie, die Oleochemie, die technische Verwendung und für Bioenergie ist. Als Verband ist OVID die Schnittstelle zwischen seinen Mitgliedsunternehmen, politischen Entscheidungsträgern, anderen Wirtschaftsverbänden, der Wissenschaft und Institutionen. OVID setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft und gegen die Abholzung von Regenwäldern beim Anbau von Ölsaaten ein. Seit 2008 engagiert sich der Verband direkt an den zwei Roundtable-Initiativen RSPO und RTRS, die vom WWF gegründet wurden, und die sich für einen nachhaltigen Anbau von Ölpflanzen in Drittländern einsetzen. (Ende)

Aussender: OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie
Ansprechpartner: Frau Kirstin Karotki
Tel.: 0 30 - 72 62 59 30 oder 0 171 - 655 04 67
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

[ Quelle: http://pressetext.com/news/091208012/ ]

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 08. Dezember 2009 um 11:00 Uhr
 

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