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Erster Nachhaltigkeits-Standard für tropische Rinderfarmen Pdf Button PrintButton EmailButton
Geschrieben von: Sascha Tischer / Dagmar Seyfert   
Donnerstag, den 16. September 2010 um 09:00 Uhr

Pt100916008 LOWRESSan José, CR/Frankfurt/M. (pts/16.09.2010/09:00) - Die internationale unabhängige Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance und USAID (United States Agency for International Development - die US-amerikanische Behörde für internationale Entwicklungszusammenabreit) haben jetzt gemeinsam einen neuen Standard für nachhaltige Rinderhaltung in den Tropen eingeführt. Der Standard setzt auf den bereits bestehenden für nachhaltige Landwirtschaft des SAN auf (SAN steht für Sustainable Agriculture Network - eine Koalition von neun Umweltschutzorganisationen, darunter die Rainforest Alliance). Die ergänzten Bestimmungen für die Rinderhaltung fördern eine artgerechte Tierhaltung und ein gutes ökologisches sowie soziales Management in den Betrieben. Es ist der erste Standard für nachhaltige Rinderhaltung in den Tropen.

Rinderfarmer in Lateinamerika, Afrika, Asien und Ozeanien, die daran interessiert sind, ihre Tierhaltung, den Umweltschutz, das soziale Umfeld, die Arbeitsbedingungen und die betriebliche Effizienz zu verbessern und ihre Produkte mit dem Rainforest Alliance CertifiedTM-Siegel zu vermarkten, können sich ab sofort dem Zertifizierungsprogramm unterziehen. Nur Farmen, deren Rinder freien Zugang zu Weideland haben, können den Standard erfüllen. Zudem dürfen auf den Farmen weder gentechnisch veränderte Tiere gehalten noch dürfen die Tiere mit gentechnisch verändertem Futtermittel versorgt werden. Gentechnik ist verboten. Desweiteren umfasst der neue Rinderzucht-Standard Richtlinien für integrierte Managementsysteme, nachhaltige Weidewirtschaft, artgerechte Tierhaltung und Verbesserung der CO2-Bilanz im Kampf gegen den Klimawandel.

Der neue Nachhaltigkeits-Standard soll Abhilfe für Probleme schaffen, die durch Rinderhaltung verursacht werden, wie Tierquälerei in der Massentierhaltung, nicht artgerechtes Füttern, die Verabreichung von Anabolika zur beschleunigten Gewichtszunahme oder hohe Treibhausgas-Emissionen.

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO werden annähernd 26 Prozent der Erdoberfläche als Weideland genutzt. Die Rinderzucht und -haltung treibt die Entwaldung immer weiter voran, und zusammengenommen sind Rinderfarmen für 18 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

Hintergrund:
Der Zertifizierungs-Standard für Rinderfarmen ist das Resultat vereinter Bemühungen des Sustainable Agriculture Network (SAN) mit dem Centro Agronómico Tropical de Investigaciòn y Enseñanza (CATIE). Im Rahmen seines Rinderzucht und Umweltmanagement-Programms (Ganadería Ambiental y Medio Ambiente) arbeitet CATIE seit 1995 an optimalen Bedingungen für eine nachhaltige Rinderhaltung in Lateinamerika. Die Entwicklung des Standards begann 2007 mit einem öffentlichen Beratungsprozess. Über 130 Organisationen aus 34 Ländern beteiligten sich daran. In Costa Rica, Nicaragua, Brasilien, Kolumbien und Honduras wurden Workshops abgehalten, an denen Rinderzüchter und führende Vertreter ihrer Interessenverbände, Abgesandte aus Wissenschaft und Regierung sowie Repräsentanten von Umwelt- und Tierschutz-NGOs teilnahmen. Der Standard wurde in Australien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Kenia und Nicaragua zugelassen und das SAN International Standards Comittee erteilte im Juli 2010 seine finale Freigabe.

USAID, vertreten durch das Environmental and Labor Excellence Program for CAFTA-DR (ELE CAFTA-DR), unterstützt das neue Programm maßgeblich.

Hinweis für Redakteure:
Der neue Standard (liegt in englischer Sprache vor) kann bei der Pressestelle abgerufen werden.

Über die Rainforest Alliance:
Die Rainforest Alliance ist eine unabhängige nicht-regierungsgebundene Umweltschutzorganisation, die sich für den Erhalt der Artenvielfalt (Biodiversität) einsetzt und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensgemeinschaften fördert. Sie engagiert sich für eine ökologisch verträgliche Landnutzung, sozial verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und ein werteorientiertes Verbraucherverhalten. Dafür ist sie weltweit in über 60 Ländern aktiv. Die Rainforest Alliance ist Mitglied im Sustainable Agriculture Network (SAN) - Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft. Das SAN ist die am längsten bestehende und größte Koalition von Nichtregierungsorganisationen, deren Bestreben eine verbesserte Erzeugung von Rohstoffen in den tropischen Ländern ist.

"Rainforest Alliance Certified™"- Farmen müssen hohe Anforderungen hinsichtlich umwelt-, sozial und wirtschaftlich ausgerichteter Standards erfüllen. Um zertifiziert zu werden, müssen die Farmen unabhängigen Auditoren gegenüber nachweisen, dass sie erfolgreich zielführende Maßnahmen umsetzen. Dazu gehören etwa Wiederaufforstungsmaßnahmen, Gewässerschutz, Schutz natürlich vorkommender, wildlebender Tier- und Pflanzenarten, integrierte Schädlingsbekämpfung, verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen ebenso wie Beachtung der Arbeitsrechte, der Gesundheitsvorsorge und Fortbildung der Farmarbeiter.

Weitere Informationen: http://www.rainforest-alliance.org oder in unserem deutschsprachigen Blog: http://www.thefrogblog.de

(Ende)

Aussender: Rainforest Alliance
Ansprechpartner: Sascha Tischer / Dagmar Seyfert
Tel.: 069 96365214
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

[ Quelle: http://pressetext.com/news/100916008/ ]
Fotohinweis: Neuer Standard für nachhaltige Rinderhaltung (pictostoph - Fotolia)

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 16. September 2010 um 09:00 Uhr
 

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