| Erfolg populationsbezogener Telemedizinprogramme |
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| Geschrieben von: Herr Jörg Pelleter |
| Dienstag, den 23. März 2010 um 10:00 Uhr |
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Fürth (pts/23.03.2010/10:00) - Wenn aktuell von Telemedizin die Rede ist, so sind es meist technisch hochkomplexe und in der Demonstration spektakuläre Anwendungen, die im Zentrum des Interesses stehen. So zählen in Echtzeit durchführbare Übermittlungen von gewaltigen Bild- und Befunddaten aus entlegenen Regionen der ehemaligen Sowjetunion oder aus einem Basislager der Bundeswehr in Afghanistan in ein deutsches Klinikum ebenso wie die Behandlung (bis hin zur Operation in Echtzeit) eines Patienten durch einen räumlich entfernten Arzt über spezielle telemedizinische Systeme sicherlich zum Eindrucksvollsten, was der Telemedizin-Sektor gegenwärtig zu bieten hat. Die meisten telemedizinischen Anwendungen, die bereits seit mehreren Jahren in der Versorgungsrealität zum Einsatz kommen und für eine große Anzahl an Patienten angeboten werden, sind hingegen meist etwas weniger spektakulär, in ihrem Nutzen für die teilnehmenden Patienten aber gleichfalls beachtlich. Ausgehend von den ermutigenden Ergebnissen des Programms "Telemedizin fürs Herz" haben die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke http://www.dsck.de/Stiftungsprofil.pdf und die traditionell für ihre Innovationsfreudigkeit bekannte Techniker Krankenkasse http://www.tk-online.de vor gut zwei Jahren das Programm "Telemedizin Asthma" http://www.dsck.de/FlyerTelemedizinAsthma.pdf gestartet. Anders als in vielen anderen telemedizinischen Programmen, die sich mitunter als reine Pilotvorhaben verstehen und nur einer sehr begrenzten Anzahl an Versicherten offen stehen, konnten bereits in den ersten zwei Jahren mehr als 1.500 Patienten von einer Teilnahme an dem Programm "Telemedizin Asthma" profitieren. Das Betreuungs- und Schulungsprogramm http://www.dsck.de/BeschreibungTelemedizinAsthma.pdf wendet sich an erwachsene Patienten mit Asthma bronchiale. Ziel des patientenzentrierten Programms ist es, den teilnehmenden Versicherten im Sinne des Patient Empowerment dabei zu helfen, ihre Erkrankung besser zu verstehen, Zusammenhänge zwischen dem Asthma, der verordneten Medikation und dem eigenen Lebensstil transparent zu machen und im Hinblick auf Warnsymptome zu sensibilisieren. Im Rahmen des Programms werden alle Teilnehmer mit hochwertigen elektronischen Peak-Flow-Messgeräten ausgestattet http://www.dsck.de/PeakflowMessgeraet.png , die bei Bedarf eine schnelle und unkomplizierte Messwerterhebung ermöglichen. Patienten mit schwerem Asthma erhalten darüber hinaus ein Mobiltelefon mit spezieller Software, mittels der die Werte sowie weitere Angaben zum subjektiven Gesundheitszustand direkt an das Telemedizin-Zentrum übermittelt werden können. "Telemedizin Asthma" versteht sich hierbei explizit als Ergänzung und Erweiterung der Betreuung durch die niedergelassenen Ärzte, deren Zielvorgaben und Therapieempfehlungen im Programm aufgegriffen und - soweit möglich - auch in den individuellen Alltagsablauf des Patienten eingebunden werden. Inhalte und Hintergründe, die von den Niedergelassenen in den statistischen acht Minuten eines durchschnittlichen Arzt-Patienten-Kontaktes (Quelle: Barmer GEK Arztreport 2010) nicht in der eigentlich erforderlichen Ausführlichkeit erläutert werden konnten, können von einem mit der gesundheitlichen Situation des Patienten vertrauten Asthma-Trainer telefonisch nachbesprochen und vertieft werden. Regelmäßige und übersichtlich aufbereitete Berichte an die Patienten und ihre behandelnden Ärzte helfen zusätzlich, die Behandlung bestmöglich zu strukturieren und Veränderungen des Krankheitsbildes frühzeitig zu erkennen. Es verwundert kaum, dass diese alltagstaugliche Form der Telemedizin weit weniger spektakulär daher kommt als so manch andere Hochtechnologie-Anwendung. Das wichtigste Ziel aber - die Stabilisierung und wenn möglich Verbesserung des Gesundheitszustands der teilnehmenden Versicherten - kann auch mit diesen vergleichsweise einfachen Mitteln erreicht werden. In einer ersten medizinischen Evaluation des Programms konnte nachgewiesen werden, dass im Programmverlauf der Anteil an Patienten mit leitliniengerechter Bedarfsmedikation um 10,6% und mit leitliniengerechter Dauermedikation sogar um bis zu 40% gesteigert werden konnte. Auch der Anteil der Teilnehmer, welche über den für Asthmatiker empfohlenen und regelmäßig aufgefrischten Impfschutz verfügen, verzeichnete - bedingt durch eine verstärkte Aufklärung der Teilnehmer - eine Zunahme, die im zweistelligen Prozentbetrag lag. Im Rahmen der schrittweisen Patientenselbstbefähigung konnte ferner die Zahl der teilnehmenden Patienten, die einen speziell auf ihren Gesundheitszustand zugeschnittenen Aktionsplan besitzen und dessen Inhalte auch kennen, um ca. 45% erhöht werden. Dass die Gesamtheit dieser Teilerfolge im Zusammenspiel mit der regelmäßigen Werteerhebung und -kontrolle auch für die Patienten selbst deutlich sichtbare Ergebnisse mit sich bringt, zeigt der Blick auf die von den Teilnehmern protokollierten typischen Asthmasymptome wie Atemnot, Husten, Auswurf. Diese konnten in ihrer Häufigkeit und Schwere um bis zu 60% reduziert werden. Zusammenfassend stellt "Telemedizin Asthma" - trotz eines vergleichsweise unspektakulären Einsatzes telemedizinischer Technik - eine praxiserprobte und kosteneffiziente Konzeption dar, mit der Krankenkassen auch in Zeiten steigenden Kostendrucks und unter den Bedingungen des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs die Versorgung dieser Gruppe chronisch Kranker deutlich verbessern können. Das Programm nutzt die Telemedizin bewusst als Mittel zum Zweck, als zusätzlichen Mosaikstein in der Gesamtheit der medizinischen Versorgung. Die Organisation und Durchführung des Konzepts durch die gemeinnützige Deutsche Stiftung für chronisch Kranke stellen zudem sicher, dass das Ziel einer effizienten, an medizinischen Gesichtspunkten und dem Patientenwohl ausgerichteten Versorgung zu keinem Zeitpunkt kommerziellen Interessen untergeordnet wird. Kontakt: Herr Jörg Pelleter Deutsche Stiftung für chronisch Kranke Tel: +49 911 - 740 76-80 (Ende)
Aussender: Deutsche Stiftung für chronisch Kranke [ Quelle: http://pressetext.com/news/100323012/ ] |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 23. März 2010 um 10:00 Uhr |
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