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Erfolgreiche Umsetzung von Telemedizinprogrammen Pdf Button PrintButton EmailButton
Geschrieben von: Herr Jörg Pelleter   
Donnerstag, den 04. März 2010 um 10:00 Uhr

Fürth (pts/04.03.2010/10:00) - Telemedizin klingt auch im Jahr 2010 in vielen Ohren noch immer ein wenig nach Science Fiction. Doch die Erfolge intelligenter Telemedizin-Konzepte sprechen bereits heute eine deutliche Sprache: Verringerung der Zahl der Krankenhausaufenthalte, Optimierung der medikamentösen Therapie, Senkung der Mortalität und eine größere Sicherheit der Patienten im Umgang mit ihrer chronischen Herzschwäche sind nur einige der Vorteile, die das Integrierte Versorgungsprogramm Telemedizin fürs Herz den teilnehmenden Versicherten zu bieten hat.

Doch nicht nur für den Patienten selbst ist das Programm vorteilhaft, auch das auf innovative und effiziente Versorgungskonzepte angewiesene Gesundheitssystem profitiert von den neuen Möglichkeiten. Denn ungeachtet aller Reformversuche der letzten Jahre steht dieses mehr denn je unter einem zunehmend stärker werdenden Anpassungs- und Kostendruck. Der demographische Wandel, zunehmende Multimorbidität im Zusammenspiel mit einem Anstieg chronischer Erkrankungen und eine unzureichende Koordination der unterschiedlichen Versorgungsebenen mit diskontinuierlichen Prozessen und Redundanzen werden im deutschen Gesundheitssystem unter medizinischen, gesundheitspolitischen und ökonomischen Dimensionen auch in Zukunft zu wachsenden volkswirtschaftlichen Belastungen führen.

In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft kommt hierbei den chronischen und altersassoziierten Krankheiten sowie verlängerten und aufgrund von Multimorbidität komplexeren Krankheitsverläufen eine besondere Bedeutung zu. Um die Qualität und Effizienz der Gesundheitsversorgung auch bei diesen Krankheitsbildern langfristig zu sichern, erscheint eine schrittweise Anpassung und Weiterentwicklung der gegenwärtig vorhandenen Versorgungsstrukturen unvermeidlich.

Vor diesem Hintergrund haben die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke http://www.dsck.de/Stiftungsprofil.pdf und die Techniker Krankenkasse http://www.tk-online.de das integrierte Versorgungsprogramm "Telemedizin fürs Herz" http://www.dsck.de/FlyerTMfH.pdf konzipiert, von dem herzinsuffiziente TK-Versicherte seit dem 01.01.2006 bundesweit profitieren.

Das modular aufgebaute Betreuungs- und Schulungsprogramm http://www.dsck.de/ProgramminformationTMfH.pdf ermöglicht den bisher schon über 1.000 teilnehmenden Patienten einen sicheren, eigenverantwortlichen Umgang mit der Erkrankung und leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der ärztlich geleiteten Therapie. Ziel des patientenzentrierten Programms ist es, den teilnehmenden Versicherten im Sinne des Patient Empowerment dabei zu helfen, ihre Erkrankung besser zu verstehen, Zusammenhänge zwischen der CHF, der verordneten Medikation und dem eigenen Lebensstil transparent zu machen und in Hinblick auf Warnsymptome drohender Dekompensationen zu sensibilisieren. Zusätzlich wird der Teilnehmer für eine gesunde Lebensführung unter Berücksichtigung seiner individuellen Gesundheitssituation sensibilisiert und so dazu ermutigt, Risikofaktoren zu reduzieren und gesundheitsfördernde Aspekte auszubauen. Im Zusammenspiel mit der engen Abstimmung mit dem betreuenden Arzt vor Ort hat das Programm die Zielsetzung, Häufigkeit und Dauer von stationären Krankenhausaufenthalten zu reduzieren, die Mortalität zu senken und den Teilnehmern eine medizinisch hochwertige Betreuung "aus einem Guss" zu bieten.

Zur Überprüfung der Erreichung der gesetzten Ziele wurde das Programm durch den Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Universität Erlangen-Nürnberg gesundheitsökonomisch evaluiert http://www.dsck.de/KurzfassungEvaluationsergebnisseTMfH.pdf . Die Untersuchung ergab unter anderem, dass bei den Teilnehmern des Programms im Vergleich zur Kontrollgruppe 21,5% weniger Krankenhausaufenthalte zu verzeichnen waren. Dies bedeutet, dass etwa jeder fünfte Krankenhausaufenthalt durch das Zusammenspiel des verbesserten Wissensstandes der teilnehmenden Versicherten, der Frühwarnfunktion des telemedizinischen Monitorings und der engen Abstimmung zwischen dem Telemedizin Zentrum und dem betreuenden Arzt vermieden werden konnte.

In Hinblick auf die Sterblichkeit der Patienten (Mortalität) lieferte die Evaluation ebenfalls ein deutlich positives Ergebnis: In der Gruppe der Programmteilnehmer konnte innerhalb des ersten Jahres der Teilnahme eine um knapp 52 % reduzierte Sterblichkeit festgestellt werden. Auch bei der darauf folgenden Ausweitung der Analyse auf den maximalen Betrachtungszeitraum (inklusive der späteren Programmphasen mit geringerer Betreuungsintensität) lag die Sterblichkeit mit einem um 35 % reduzierten Wert deutlich unterhalb der Sterberate der Vergleichsgruppe.

Bei den Teilnehmern des Programms konnte im Rahmen der Evaluation darüber hinaus eine durchgehend höhere Versorgungsquote herzspezifischer Arzneimittel festgestellt werden. Die herzinsuffizienzzentrierten Schulungen und die im Rahmen der Integrierten Versorgung optimierte Kommunikation erfüllen demnach die Zielsetzung des Programms, eine zielgerichtete Verordnungspraxis zu fördern und die Leitliniengerechtigkeit der Therapie zu unterstützen.

Neben der Betrachtung der medizinischen Ergebnisse galt ein weiteres Augenmerk der Techniker Krankenkasse und der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke der Frage, wie das Programm von den teilnehmenden Patienten selbst eingeschätzt wird. Entsprachen die im Programm vorgesehenen Schulungsinhalte den Fragestellungen und Problemen, welche die Teilnehmer interessierten, und hatten die Teilnehmer das Gefühl, durch das Programm sicherer im Umgang mit ihrer Erkrankung zu sein? Zur Klärung dieser Fragestellungen führte die Techniker Krankenkasse bereits im Jahr 2007 eine Befragung von mehreren hundert Teilnehmern des Programms durch. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Zielsetzungen und Inhalte des Programms von den Patienten positiv bewertet und die vermittelten Informationen als gut verständlich und umfassend geschätzt wurden. Ein Großteil der befragten Patienten gab darüber hinaus an, dass das Programm sie bei der Vorbereitung der Gespräche mit ihrem behandelnden Arzt unterstütze und sie die Informationen auch für eine gemeinsame Entscheidungsfindung in Hinblick auf die bestmögliche Therapie nützen können. Aus Sicht der Techniker Krankenkasse und der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke besonders erfreulich ist der Umstand, dass sich die große Mehrheit der betreuten Patienten durch das Programm auch subjektiv sicherer im Umgang mit ihrer Erkrankung fühlt.

Zusammenfassend wurde durch die Untersuchungen gezeigt, dass das optimierte Zusammenspiel der Therapieführung durch den behandelnden Arzt vor Ort und der unterstützenden Betreuung und Schulung durch "Telemedizin fürs Herz" einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Gesundheitszustandes der Patienten leisten kann. Das Konzept der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke ist kosteneffizient in der Lage, die Teilnehmer im Umgang mit ihrer Erkrankung zu schulen und drohende Dekompensationen durch den gezielten Einsatz telemedizinischer Technik und durch eine enge Abstimmung mit dem betreuenden niedergelassenen Arzt frühzeitig zu erkennen. Dies ermöglicht, die Therapie noch im ambulanten Bereich anzupassen und damit die Mortalität zu senken sowie wiederholte und kostenintensive Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Die patientenzentrierte Ausrichtung des Programms wurde von den Teilnehmern in allen Belangen als äußerst positive und hilfreiche Unterstützung im Umgang mit ihrer Erkrankung wahrgenommen.

"Telemedizin fürs Herz" stellt somit eine praxiserprobte und kosteneffiziente Konzeption dar, mit der Krankenkassen auch in Zeiten steigenden Kostendrucks und unter den Bedingungen des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs die Versorgung dieser Gruppe chronisch Kranker deutlich verbessern können. Die Konzeption kann aufgrund der Neutralität der Stiftung in Hinblick auf die verwendeten Technologieansätze und konkrete Programmausgestaltung weitgehend an die kassenspezifischen Zielsetzungen angepasst werden. Die Organisation und Durchführung des Konzepts durch die gemeinnützige Deutsche Stiftung für chronisch Kranke stellt hierbei sicher, dass die Orientierung auf eine effiziente, an medizinischen Gesichtspunkten und dem Patientenwohl orientierte Versorgung zu keinem Zeitpunkt kommerziellen Interessen untergeordnet wird.

English version of the evaluation results: http://www.dsck.de/EnglishPoster.pdf

Kontakt:
Herr Jörg Pelleter
Leiter Gesundheitsökonomie
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Deutsche Stiftung für chronisch Kranke
Alexanderstraße 26
90762 Fürth

Tel: +49 911 - 740 76-80
Fax: +49 911 - 740 76-86
http://www.dsck.de

(Ende)

Aussender: Deutsche Stiftung für chronisch Kranke
Ansprechpartner: Herr Jörg Pelleter
Tel.: +49 911 - 740 76-80
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

[ Quelle: http://pressetext.com/news/100304011/ ]
[ Fotos: http://pressetext.com/show_attach.mc?pte=100304011 ]

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 04. März 2010 um 10:00 Uhr
 

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